Das Anästhesieteam des Universitätsklinikums Tuzla hat heute bei einem Wirbelsäuleneingriff bei einem Patienten mit multiplen Begleiterkrankungen aufgrund seines allgemeinen Gesundheitszustands beschlossen, den Eingriff unter Periduralanästhesie durchzuführen.
Laut Dr. Fatima Iljazagić-Halilović, Fachärztin für Anästhesiologie und Reanimation, werden Wirbelsäulenoperationen im Allgemeinen nur selten unter reiner Periduralanästhesie durchgeführt; in der Regel wird eine Vollnarkose angewendet, und ein solcher Ansatz wurde laut ihren Worten im Universitätsklinikum Tuzla bisher noch nicht praktiziert.
Dr. Iljazagić Halilović betont, dass die Patienten für diesen operativen Eingriff bis heute unter Vollnarkose gestellt wurden, dies erforderte die Intubation, mechanische Beatmung und Bauchlagenlagerung des Patienten, was zu einem erschwerten anästhesiologischen Verlauf sowie einer höheren Opioid-Exposition führte.
Bei dem heutigen Verfahren zur Durchführung einer Periduralanästhesie wird auf den Einsatz von Opioiden verzichtet, sodass der Patient wach, bei Bewusstsein und orientiert bleibt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass über den Periduralkatheter ein Lokalanästhetikum injiziert wird, das für eine langanhaltende Schmerzlinderung von bis zu 24 Stunden sorgt.
Dr. Iljazagić Halilović betont, dass der allgemeine Vorteil der Regionalanästhesie gegenüber der Vollnarkose in einem deutlich geringeren Komplikationsrisiko sowie einer wesentlich schnelleren postoperativen und allgemeinen Genesung liegt.
„Ich freue mich festzustellen, dass wir die heutige Wirbelsäulenoperation unter Periduralanästhesie durchgeführt haben; während wir regionale Analgesie – oder Anästhesie – in der Frauenheilkunde, der Abdominalchirurgie und der Urologie bereits routinemäßig einsetzen, hoffe ich, dass dies nun auch bei Wirbelsäulenoperationen zum regelmäßige Verfahren wird“, sagte Dr. Fatima Iljazagić Halilović. Sie fügte hinzu, dass im Universitätsklinikum Tuzla – innerhalb der Abteilung für Anästhesiologie und Reanimatologie – seit März dieses Jahres eine Schmerztherapieambulanz besteht, die mit dem Ziel eingerichtet wurde, Schmerzen bei Patienten zu lindern oder vollständig zu beseitigen.
„Mit der Eröffnung der Schmerztherapieambulanz wollten wir den Patienten in den Mittelpunkt stellen und eine Linderung oder vollständige Beseitigung der Schmerzen ermöglichen. In der Ambulanz führen wir Untersuchungen durch und beurteilen Schmerzintensität und -charakteristika; auf dieser Grundlage wird für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt. Unsere Zielgruppe sind Patienten mit chronischen Schmerzen; bislang wurden in unserer Schmerztherapieambulanz 310 Patienten untersucht und behandelt“, erklärte Dr. Fatima Iljazagić Halilović.




